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Zahnersatz: Welche Materialien und Technologien gibt es? Ein Überblick

Zahntechnologie

Auch wenn alle Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen regelmässig eingehalten werden und die gewissenhafte Zahnpflege zum täglichen Ritual gehört, kommt irgendwann der Tag, an dem Zahnersatz unvermeidlich wird. Dann ist es gut zu wissen, welche Materialien und Technologien dafür in Frage kommen. Um welche Materialien und Techniken es sich dabei handelt, soll hier einmal genauer betrachtet werden.

In den vergangenen Jahren hat sich auf dem Gebiet des Zahnersatzes so Einiges getan. Neue Materialien und neue Techniken ersetzen zunehmend die traditionellen Arbeitsweisen. Wo früher ausschließlich gegossen und gefeilt wurde, sind heute immer öfter auch 3-D-Drucker am Werk, die die Arbeit der Zahntechniker unterstützen und vereinfachen. Für diese neuen Technologien werden allerdings auch neue Werkstoffe benötigt, die bis vor wenigen Jahren noch recht unbekannt waren.

 

Der richtige Werkstoff hängt von der Art des Zahnersatzes und der Produktionstechnik ab

 

Welcher Werkstoff für einen Zahnersatz verwendet wird hängt in erster Linie davon ab, um welche Art von Zahnersatz es sich handelt. Bei Implantaten kommen andere Materialien zum Einsatz als bei Brücken, Kronen oder Veneers. Auch die gewählte Technik ist von entscheidender Bedeutung.

 

Um fehlende oder kranke Zähne zu ersetzen, kommen verschiedene Methoden in Frage. Neben Inlays und Onlays sind dies Kronen und Brücken, aber auch Implantate. Um ein optimales Ergebnis zu erhalten, werden in vielen Fällen auch Kombinationen der unterschiedlichen Methoden verwendet. Bei umfangreichen Zahn- und Kieferproblemen kann ein totaler Zahnersatz in Form einer herausnehmbaren Voll- oder Teilprothese die einzig mögliche Lösung sein. Hierbei wird neben den Zähnen auch das Zahnfleisch künstlich nachgebildet. Zur Befestigung und Stabilisierung der Prothesen wird wenn möglich auf die noch intakten Restzähne zurück-gegriffen.

 

Für den Ersatz einzelner Zähnen sind Implantate die erste Wahl

 

Bei Implantaten, die im Kieferknochen verankert werden, wird in den meisten Fällen Titan verwendet. Das Material wird in der Medizin seit vielen Jahren verwendet und hat sich als besonders gut verträglich und langlebig erwiesen. Aufgrund seiner guten Biokompatibilität, hohen Resistenz gegen Korrosion und hervorragenden Stabilität gilt Titan noch immer als erste Wahl bei Implantaten. Als metallfreie Alternative kann für die künstliche Zahnwurzel aber auch Keramik verwendet werden. Allerdings sind die Kosten für Zirkonium-Keramikimplantate derzeit noch höher als für solche, die aus Titan gefertigt werden.

 

Moderne Keramiken ersetzen immer öfter Lösungen aus Metall

 

Nachdem die künstliche Zahnwurzel angefertigt wurde, geht es um das richtige Material für die daran zu befestigenden Kronen oder Brücken. Für die sogenannte Suprakonstruktion werden in den meisten Fällen keramische Materialien verwendet. In der Regel handelt es sich dabei heute um Zirkonoxid. Diese Spezialkeramik zeichnet sich in erster Linie durch ihre hohe Biokompatibilität und ihre ausgezeichnete Stabilität aus. Sie ist aber nicht nur besonders gut verträglich und langlebig, sondern erfüllt auch höchste ästhetische Ansprüche. Als sichtbarer Teil des Zahnersatzes kommt die Farbe des Zirkons der von natürlichen Zähnen sehr nahe. So fügt sich der Zahnersatz nahezu unsichtbar in die bestehende Zahnreihe ein.

 

Trotz der eindeutigen Vorteile der modernen Hochleistungskeramiken muss in manchen Fällen aber auch heute noch auf NEM-Legierungen zurückgegriffen werden. Diese aus nicht edlen Metallen wie Eisen, Kobalt oder Nickel bestehenden Werkstoffe werden meist für Drähte und den Modellguss von herausnehmbaren künstlichen Gebissen verwendet. 

 

Inlays und Onlays für kleinere Reparaturen

 

Nicht in jedem Fall muss aber gleich der ganze Zahn oder das gesamte Gebiss ersetzt werden. Ist die Wurzel des betroffenen Zahnes noch intakt, kann mit Hilfe eines Inlays oder eines Onlays die Funktionstüchtigkeit des Zahns auch unter ästhetischen Aspekten wiederhergestellt werden. Bei Inlays handelt es sich um professionell in einem Zahnlabor hergestellte Einlagen, die als hochwertige Alternative zu einer regulären Zahnfüllung betrachtet werden können. In Fällen, in denen ein Zahn sehr stark abgenutzt oder von Karies betroffen ist, stellen Onlays eine hervorragende Möglichkeit dar, die Zahnkrone zu rekonstruieren. Im Gegensatz zu einem Inlay bedeckt ein Onlay auch einen Teil der sogenannten Zahnhöcker und wird als eine Art Schutzdecke über die betroffenen Areale der natürlichen Zahnkrone gelegt.

Onlays können wahlweise aus dem Edelmetall Gold, aus Keramik oder auch aus Kompositwerkstoffen angefertigt werden. Welches Material zu bevorzugen ist, hängt von diversen Faktoren ab und wird individuell von Ihrem Zahnarzt beurteilt.

 

Computertechnik revolutioniert die Zahntechnik

 

Auch beim Zahnersatz ist der Fortschritt nicht aufzuhalten. Deshalb werden auch in der Zahntechnik ständig neue Methoden und Verfahren entwickelt. Immer öfter werden künstliche Zähne deshalb heute mit Hilfe modernster Computertechnik angefertigt. Computer aided Design (CAD) und Computer aided Manufactoring (CAM) sind in der Zahntechnik eindeutig auf dem Vormarsch. Sowohl bei der Planung und Gestaltung von Zahnersatz als auch bei der Produktion zeichnen sich CAD/CAM-Verfahren durch vielfältige Vorteile aus. Durch den Einsatz innovativer Computerprogramme ist es dem Zahnarzt, resp. Zahntechniker möglich, den Zahnersatz auf digitalem Wege zu gestalten. Auf herkömmliche Abdrücke mittels Gummimasse kann dank der digitalen Abformung mittels 3D-Kamera oftmals verzichtet werden. Auch in den Zahnlaboren, in denen die Prothesen hergestellt werden, hat der Einsatz von Computertechnik bereits zu massiven Änderungen in der Produktion geführt. Statt durch Giessen und Feilen, entsteht der Zahnersatz nun immer öfter im 3-D-Drucker. Extra zu diesem Zweck entwickelte moderne Keramikwerkstoffe tragen dazu bei, dass der Zahnersatz nicht nur in kürzester Zeit, sondern auch extrem passgenau produziert werden kann. 

 

Trotz dieser erheblichen Fortschritte beim Zahnersatz ist die richtige Prophylaxe natürlich immer noch die beste Methode, Zähne gesund zu halten. Damit Sie auch morgen noch kräftig zubeissen können, sind die richtige Zahnpflege und regelmässige Kontrollbesuche bei Ihrem Zahnarzt unverzichtbar.

 



 

Topics: Zahnersatz

Written by Dr. Enrico Naldi

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