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Welche Materialien und Technologien eignen sich für welches Einsatzgebiet?

Zahnersatz_bearbeitet

 

Die Geschichte des Zahnersatzes beginnt bereits vor fast 3000 Jahren. Schon die alten Phönizier und Etrusker unternahmen erste Versuche, den Verlust von Zähnen mit Ersatzkonstruktionen auszugleichen. Dabei bedienten sie sich natürlicher Materialien wie Knochen von verstorbenen Menschen oder toten Tieren. Auch Elfenbein erfreute sich unter den antiken Dentisten bei der Anfertigung von Zahnersatz grosser Beliebtheit. Mit Golddrähten an den verbliebenen Zähnen befestigt, dienten diese Konstrukte jedoch lediglich kosmetischen Zwecken. Ein kräftiges Zubeißen war mit ihnen kaum möglich. Auch die im 18. Jahrhundert in Mode gekommenen Porzellanzähne stellten unter mechanischen Aspekten eine eher unbefriedigende Lösung dar.

 

Glücklicherweise sind diese Zeiten aber längst vorbei. Gerade in den letzten Jahrzehnten wurden kontinuierlich neue Verfahren und Materialien entwickelt, die dazu geführt haben, dass die Versorgung mit hochwertigem Zahnersatz stetig verbessert werden konnte. Heute stehen zahlreiche verschiedene Methoden zur Verfügung, um die volle Funktionsfähigkeit des Gebisses wiederherzustellen. Auch unter ästhetischen Gesichtspunkten konnten bedeutende Fortschritte erzielt werden. Doch welche Materialien und Verfahren sind das eigentlich? Und bei welchen zahnmedizinischen Problemen kommen sie idealerweise zum Einsatz?

 

Goldglänzende Zähne sind nicht mehr angesagt

 

Für den Ersatz einzelner Zähne und für Brücken galt Gold lange Zeit als optimaler Werkstoff. Heute wird dieses Edelmetall jedoch nur noch sehr begrenzt verwendet. Wenn überhaupt, werden Vollguss-Kronen und Brücken aus Gold im nicht sichtbaren Bereich der Seitenzähne verwendet. Neben dem fragwürdigen ästhetischen Eindruck goldener Zähne zählen auch die hohe Wärmeleitfähigkeit und die Beeinträchtigung des Geschmacks durch die metallischen Einflüsse zu den gravierenden Nachteilen dieses Materials. Punkten kann Gold dagegen mit seiner nahezu unbeschränkten Lebensdauer und seiner überragenden Stabilität. Da diese Vorteile jedoch mit einem sehr hohen Preis erkauft werden müssen, kommt Gold heute bei der Versorgung mit Zahnprothesen kaum noch zum Einsatz.

 

Deutlich günstiger sind Vollguss-Kronen und -Brücken aus Nichtedelmetallen (NEM). Aufgrund ihrer silbernen Farbe kommen die NEMs jedoch ebenfalls nur für den Ersatz von Seitenzähnen in Frage. Wie auch bei goldenen Zähnen, stört allerdings nicht nur die Farbe der Prothese, sondern auch der unangenehme metallische Geschmack im Mund. Positiv zu verbuchen sind die hohe Stabilität und die lange Lebensdauer von Zahnersatz aus NEM. Nichtsdestotrotz wird dieses Material heute für Kronen und Brücken praktisch nicht mehr verwendet. 

 

Im Gegensatz zu den Kronen und Brücken aus Gold oder NEM sind solche aus Metallkeramik auch für den Einsatz im vorderen, sichtbaren Bereich des Gebisses geeignet. Da hier der Metallkern mit einem zahnfarbenen keramischen Material überzogen wird, ist der ästhetische Eindruck deutlich besser als bei den zuvor genannten Materialien. Aufgrund seiner Farbe fügt sich der Zahnersatz aus Metallkeramik sehr gut in das vorhandene Bild ein. Unter optischen Gesichtspunkten ist die Lösung kaum von natürlichen Zähnen zu unterscheiden. Auch die geringere Wärmeleitfähigkeit spricht für die stabilen Metallkeramiklösungen. Allerdings kann es hier nach einigen Jahren zu Verfärbungen und der Abgabe von Metall-Ionen ins Zahnfleisch kommen.

 

Vollzirkon und Keramik – die metallfreien und biokompatiblen Alternativen

 

Diese Gefahr besteht bei Kronen und Brücken aus Vollzirkon nicht. Prothesen aus diesem zahnfarbenen Material sind vollkommen metallfrei und dadurch in höchstem Masse biokompatibel. Zirkonoxid-Prothesen überzeugen ausserdem durch ihre hohe Stabilität und ihr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Kronen und Brücken aus Zirkon werden in der Regel nur beim Ersatz von Seitenzähnen verwendet. Für Prothesen im sichtbaren, vorderen Bereich der Zahnreihe werden die Prothesen mit keramischen Materialien verblendet. 

 

Um grössere Lücken zu füllen, empfehlen sich Kronen und Brücken aus gepresster Vollkeramik. Diese Prothesen sind universal im gesamten Kiefer einsetzbar. Wie die Zirkon-Modelle punktet der Zahnersatz aus Vollkeramik durch seine Metallfreiheit und seine Biokompatibilität. Darüber hinaus verspricht er aufgrund seiner partiellen Lichtdurchlässigkeit einen besonders hohen ästhetischen Standard.

 

Für jedes Problem gibt es die passende Technik

 

Bei der Anfertigung eines adäquaten Zahnersatzes geht es aber nicht nur um die Wahl des richtigen Materials, sondern auch um die richtige Technik. Abhängig von Art und Umfang des zahnmedizinischen Problems, sind die in Frage kommenden Verfahren äusserst unterschiedlich.

 

Geht es lediglich darum, die vorderen Zähne ästhetisch aufzuwerten, sind Veneers das Mittel der Wahl. Die dünnen Verblendungen aus hochwertiger Keramik sind dazu geeignet, ungleichmässige Zahnreihen zu regulieren, Risse und Brüche zu verdecken oder Verfärbungen zu überdecken. Dazu werden die Verblendschalen über die vorhandenen Zähne gestülpt und anschliessend verklebt. Auf diese Weise wird erreicht, dass sich die Vorderzähne strahlend weiss und perfekt geformt präsentieren. Veneers bieten somit zwar keinen vollwertigen Zahnersatz im klassischen Sinne, sind jedoch ein ideales Mittel, um die optische Erscheinung des Gebisses deutlich sichtbar zu verbessern.

 

Geht es aber nicht nur um ästhetische Fragen, sondern um den kompletten Ersatz einzelner Zähne oder ganzer Zahnreihen, sind grundlegend andere Methoden gefragt. Auch in diesem Fall kommt es massgeblich auf den Umfang des Problems an.

Ist es notwendig, einen oder mehrere Zähne zu ersetzen, stellen Zahnimplantate eine ebenso beliebte wie empfehlenswerte Lösung dar. Implantate sind Titanschrauben, die in den Kiefer eingesetzt werden, um dort die ehemalige natürliche Zahnwurzel zu ersetzen. Auf Zahnimplantaten können einzelne Zähne, Brücken oder auch ein komplettes Gebiss montiert werden. Implantate versprechen einen besonders festen Sitz der Prothese und geben dem Träger dadurch ein besonders sicheres Gefühl. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch ihre Langlebigkeit aus.

 

Sind noch eigene gesunde Zähne vorhanden, gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, das Gebiss mit Teilprothesen zu komplettieren. Die einfachste Möglichkeit stellen Klammerprothesen dar, die jedoch aus ästhetischer Sicht allenfalls ein unbefriedigendes Ergebnis liefern können. Eine beliebte Alternative sind Teleskop-Prothesen, die auch ohne Klammern einen festen Sitz der künstlichen Zähne versprechen. Diesen gewährleisten ebenfalls Geschiebe-Prothesen, die auch unter ästhetischen Gesichtspunkten einige Vorteile bieten.

 

In jedem Fall bedarf es jedoch vor einer Behandlung einer intensiven Beratung durch einen Zahnarzt. Er kennt die in der spezifischen Situation in Frage kommenden Möglichkeiten und wird seinem Patienten die unterschiedlichen Alternativen ausführlich erklären. Die endgültige Entscheidung für eine Behandlungsmethode kann dann abhängig von den Erfolgsaussichten, den eigenen Ansprüchen und den finanziellen Möglichkeiten getroffen werden.

 

 

 

 

Topics: Zahnersatz

Written by Dr. Enrico Naldi

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