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Moderne Zahn-Implantate - fast so gut wie die echten Zähne

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Auch wenn alle Tipps zur täglichen Zahnpflege, zur regelmässigen Kontrolle und Vorsorge stets beachtet worden sind, ist es nicht immer zu vermeiden, dass manchmal Zähne ausfallen oder entfernt werden müssen. Die Ursachen dafür können im natürlichen Alterungs- und Abnutzungsprozess liegen, aber auch durch äußere Einwirkungen wie Stösse, Schläge oder Stürze bedingt sein. Ganz gleich aus welchem Grund die Extraktion erforderlich ist, es entsteht in jedem Fall eine Lücke im Gebiss, die es zu schließen gilt. 

In dieser Situation stellt sich die Frage, auf welche Art und Weise, mit welchen Hilfsmitteln und mit welchen Methoden dies geschehen soll. Je nachdem in welchem Umfang ein Zahnersatz erforderlich ist, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Ob eine Krone ausreichend ist, eine Brücke die beste Lösung darstellt oder nur eine Prothese das Problem befriedigend lösen kann, sollte im intensiven Austausch mit dem behandelnden Zahnarzt diskutiert werden. Er kennt die gegebenen Umstände am besten und ist so in der Lage, entsprechende Vorschläge zu machen. Nicht selten wird dann auch über Zahnimplantate geredet werden müssen, die in Verbindung mit anderen Techniken aber auch als alleinige Lösung angeboten werden können.

 

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Implantate stellen in vielen Fällen die beste Möglichkeit dar, fehlende Zähne zu ersetzen. Doch wie sieht so ein Implantat eigentlich aus, welche Vorteile hat es, und was ist bei der Behandlung zu beachten? Und natürlich sind auch die Kosten für einen derart hochwertigen Zahnersatz von nicht geringem Interesse.

 

Wie sieht so ein Implantat aus und was kann es?

 

Ein Zahn-Implantat besteht je nach Art aus zwei oder drei unterschiedlichen Komponenten, die zusammen den fehlenden Zahn ersetzen. Die Basis der Konstruktion ist eine Implantat-Schraube, die als künstliche Zahnwurzel dient. In den Kiefer implantiert nimmt sie den Platz der natürlichen Wurzel ein, die zuvor restlos entfernt werden muss. Dies ist nötig, da im Unterschied zu allen anderen Möglichkeiten des Zahnersatzes ein Implantat fest und dauerhaft im Kieferknochen verankert wird. In die neue künstliche Wurzel wird ein Verbindungsstück, das sogenannte Abutment, eingesetzt. Bei einigen Systemen ist dieses bereits in die Implantat-Schraube integriert. Das Abutment stellt den Träger des sichtbaren Teils des Zahnersatzes dar. Diese äußere Komponente des Implantats kann zum Beispiel eine Imlantatkrone sein und präsentiert sich meist so natürlich, dass der Zahnersatz nicht als solcher zu erkennen ist. Für den besseren Halt von Prothesen können auf die
Implantatschraube aber auch verschiedene Verankerungssysteme wie
Kugelanker befestigt werden.

Durch die feste Verankerung im Kieferknochen versprechen Implantate einen extrem festen Sitz, der sich unmittelbar auf das Kauen und Sprechen auswirkt. Perfekt eingepasst vermitteln sie ihrem Träger das Gefühl eigener Zähne. Unsicherheiten beim Essen oder Sprechen, die aus einer wackelnden Prothese resultieren, sind bei Implantaten nicht zu befürchten. Neben dem deutlich sichtbaren optischen und dem spürbaren Vorteil beim Komfort zeichnen sich Implantate auch durch ihre besonders hohe Haltbarkeit aus. Mit einer regelmäßigen und gründlichen Pflege können sie ein Leben lang halten. Es sind Implantate bekannt, die auch nach 40 Jahren noch voll funktionstüchtig waren. Darüber hinaus sind bei Implantaten auch medizinische Vorteile festzustellen. Sie reduzieren den Knochen-Abbau im Kiefer und schonen die verbleibenden Zähne, da diese nicht bearbeitet werden müssen, um zum Beispiel als Stümpfe für eine Brücke oder als Verankerungsppfeiler für eine Prothese dienen zu müssen.

 

Implantate benötigen eine gesunde Basis

 

Von entscheidender Bedeutung für den guten Sitz und eine lange Haltbarkeit von Implantaten ist das Vorliegen günstiger medizinischer Bedingungen. Als wichtigste Voraussetzung gilt das Vorhandensein eines Kieferknochens, der genügend Masse und Stabilität besitzt, um das Implantat aufnehmen zu können. Ist diese Grundvoraussetzung nicht gegeben, muss vor dem Einpflanzen der künstlichen Zahnwurzel unter Umständen zunächst eine Behandlung zum Aufbau des Knochens durchgeführt werden. Ist der Knochenschwund noch nicht allzu weit fortgeschritten, können alternativ auch neu entwickelte Behandlungskonzepte und Implantate zum Einsatz kommen, die selbst bei ungünstigen Bedingungen einen Behandlungserfolg ermöglichen.

Abhängig von der vorhandenen Knochenmasse werden die Länge und der Durchmesser der künstlichen Wurzel gewählt. Grundsätzlich gestaltet sich die Implantation eines künstlichen Zahnes dann besonders problemlos, wenn günstige anatomische und medizinische Bedingungen vorliegen. Neben einem ausreichenden Angebot an Kieferknochen gehört dazu ebenso ein gesundes Zahnfleisch. Aber auch die individuelle anatomische Disposition hat einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg einer Zahn-Implantation. Der Verlauf von Nervenbahnen in der zu behandelnden Kieferregion oder Form und Ausdehnung der Kieferhöhle müssen bei der Behandlung entsprechend berücksichtigt werden. 

Kaum weniger wichtig als ein solider Unterbau ist für die Belastbarkeit und Haltbarkeit eines Implantats die Umgebung, in die der Zahnersatz eingepasst werden muss. Während sich bei einer einzelnen Zahnlücke kaum Probleme ergeben, sind die Herausforderungen bei einem zahnlosen Kiefer deutlich komplexer damit die einzelnen Implantate nicht zu stark belastet werden.

 

Verwendete Materialien müssen biokompatibel sein

 

Eine wichtige Rolle bei einem Zahn-Implantat spielt das richtige Material. Während bei der Implantatschraube der künstlichen Zahnwurzel, Fragen der Biokompatibilität, der Verträglichkeit mit dem Körper, im Vordergrund stehen, sind bei den sichtbaren Komponenten des neuen Zahns darüber hinaus auch ästhetische Überlegungen und Aspekte des Komforts zu berücksichtigen.

Damit das Implantat möglichst gut und ohne Komplikationen in den Kieferkochen einwachsen kann, bestehen die Implantate meist aus Titan. Diese Material eignet sich aufgrund seiner hervorragenden Körperverträglichkeit und seiner hohen Beständigkeit besonders gut für medizinische Zwecke.  Als Alternative kommt auch Zirkonoxid in Frage. Die Hochleistungskeramik bietet ähnliche Vorteile wie Titan.

Für das Verbindungsstück zwischen der künstlichen Zahnwurzel und dem Oberbau des Implantats können ebenfalls unterschiedliche Materialien zum Einsatz kommen. Dies gilt auch für den sichtbaren Teil des neuen Zahns. In der Regel werden hierfür keramische Werkstoffe verwendet, da diese nicht nur eine gute Verträglichkeit, sondern auch ästhetisch die meisten Vorteile bieten. Zur Stabilisierung umfangreicherer Prothesenverankerungssysteme bestehen ebenfalls aus Titan. 

 

Die verschiedenen Implantatsysteme und Implantatformen

 

Wer sich mit dem Thema Zahn-Implantate beschäftigt, wird sehr schnell feststellen, dass es das eine Zahn-Implantat nicht gibt. Die Zahl der weltweit auf dem Markt angebotenen Implantats-Systeme wird auf über 500 geschätzt. Sie unterscheiden sich nicht nur in Form und Material, sondern auch in der Technik.

Grundsätzlich wird bei Zahnimplantaten zwischen ein- und zweiteiligen Systemen differenziert. Die einteiligen Varianten zeichnen sich dadurch aus, dass das Abutment bereits in die Implantatschraube integriert ist. Bei zweiteiligen Systemen wird das Trägerelement für  den sichtbaren Aufbau nachträglich in das Implantat eingefügt.

Unterschiede gibt es auch bei der Form der künstlichen Zahnwurzel. Die am häufigsten genutzte Form ist die der Schraube.

Weniger häufig, da kaum Vorteile bietend, kommen sogenannte Hohlzylinderimplantate zum Einsatz. Aufgrund ihrer spezifischen Form wird eine Vergrößerung der Kontaktfläche auf dem Kieferknochen erreicht. Allerdings kommt es bei diesem System in vielen Fällen zu Durchblutungsstörungen des inneren Zylinderknochens, was unnötige Komplikationen verursacht.

Ebenfalls nicht dem Stand der modernen zahnmedizinischen Technik entsprechen die veralteten Blattimplantate, die in einen Schlitz im Kieferknochen eingefügt wurden. Blattimplantate konnten weder bei der Stabilität noch bei der Infektionsanfälligkeit überzeugen. In modernen Zahnarztpraxen wird dieses System deshalb heute nicht mehr verwendet.

Innerhalb der unterschiedlichen Systeme unterscheiden sich die Implantate in der Länge und im Durchmesser. Diese Faktoren werden bei der Beurteilung der individuellen Gegebenheiten berücksichtigt. Dies gilt auch für das Design und die Beschaffenheit der Oberfläche. 

 

Implantationsmethoden

 

Bei den Implantationsmethoden wird zwischen einer offenen und einer geschlossenen Einheilung unterschieden.

 

Die offene Einheilung

 

Ist die Entscheidung zu Gunsten einer einteiligen Variante gefallen, so wird diese grundsätzlich offen implantiert. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn sowohl der Kieferknochen als auch das Zahnfleisch stabil und gesund sind. Die verwendeten Implantate weisen in der Regel einen sehr glatten Hals auf, der nicht vom Zahnfleisch überlagert wird, sondern bis in die Mundhöhle reicht. Auf diese Weise ist schon in der Heilungsphase eine Verbindung zwischen der implantierten künstlichen Wurzel und der Mundhöhle gewährleistet. Dies ist auch bei zweiteiligen Implantaten - welche nach Möglichkeit immer offen eingeheilt werden - der Fall, wobei hier eine
sogenannte Einheilkappe verwendet wird. Während im Zuge der Einheilung um den Implantathals, resp. die Einheilkappe eine neue Schleimhaut und neues Bindegewebe entsteht, verwächst die künstliche Wurzel mit den Knochenzellen des Kiefers.

Der wichtigste Vorteil der offenen Einheilung ist der geringere Aufwand, da bei dieser Methode keine Freilegung des Implantats in einem zweiten (kleinen) Eingriff erforderlich ist.

 

Die geschlossene Einheilung

 

Im Gegensatz zu einteiligen Systemen können zweiteilige Implantate sowohl offen als auch geschlossen eingepflanzt werden. In diesem Fall wird nach dem Einsetzen der Implantatschraube in den Kiefer die Wunde wieder verschlossen. Dazu werden die Ränder der die Wunde umgebenden Schleimhaut vernäht. Auf diese Weise vor äußeren Einflüssen und Keimen geschützt kann die künstliche Wurzel mit dem Kieferknochen verwachsen. Trägt der Patient schon eine Prothese, kann diese direkt nach der Operation wieder eingesetzt werden.

Um mit dem Hinzufügen des sichtbaren Teils die Behandlung abschliessen zu können, wird nach der Einheilungsphase die Schleimhaut in einem zweiten Eingriff wieder eröffnet. Dieser notwendige zusätzliche Eingriff ist auch gleichzeitig der grösste Nachteil der geschlossenen Methode.

 

Mögliche Risiken und Gefahren bei einer Zahn-Implantation

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Jede medizinische Behandlung, sei sie medikamentöser oder chirurgischer Art, ist mit spezifischen Risiken verbunden. Dies gilt auch für die Zahnimplantation. Über mögliche Komplikationen wird der behandelnde Arzt seine Patienten jedoch vor dem Eingriff ausführlich aufklären. Insgesamt betrachtet können die möglichen Gefahren einer Implantation jedoch als äußerst gering eingestuft werden.

Nach dem Abklingen der örtlichen Betäubung können zeitweise Kopfschmerzen oder solche an Kiefergelenken auftreten. Auch Narbenschmerzen sind mögliche Folgen einer Kieferoperation. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch bei einer Implantation Blutgefässe verletzt werden. Schwellungen, Blutergüsse und Nachblutungen sind deshalb nicht immer zu vermeiden.

Darüber hinaus kann es insbesondere beim Einsetzen der Implantatschraube für Seitenzähne im Unterkiefer zu Schäden an den Nervensträngen kommen. In der Folge sind Reizungen im Bereich des Unterkiefers aber auch Taubheitsgefühle am Kinn und an den Lippen möglich.

Ist eine Operation im Seitenzahnbereich des Oberkiefers notwendig, kann diese zu Verletzungen der Kieferhöhle führen. Entzündet sich diese, kann eine Weiterbehandlung erst dann erfolgen, wenn die inflammatorischen Reaktionen abgeklungen sind.

Grundsätzlich können Entzündungen, wie etwa solche des Implantatbettes, durch die gewissenhafte Beachtung von Regeln der Mundhygiene effektiv verhindert, aber nicht ausgeschlossen werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, die vereinbarten Nachsorge-Termine strikt einzuhalten. Nur so ist es dem Zahnarzt möglich, auf eventuell auftretende Probleme zeitnah und effektiv zu reagieren.

Da es sich beim Einsetzen von Zahnimplantaten um eine bewährte und lang erprobte Methode handelt, sind die damit verbundenen Risiken äußerst gering. Die verschiedenen Verfahren der Implantation werden tagtäglich in aller Welt erfolgreich durchgeführt. Ein erfahrener Zahnarzt und Implantologe ist jederzeit in der Lage, eventuelle Gefahren zu erkennen und in kritischen Situationen die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Es besteht deshalb kein Grund, aus einer übertriebenen Vorsicht heraus auf die unbestreitbaren Vorteile von Zahnimplantaten zu verzichten. Bei Zweifeln und Bedenken hilft in jedem Fall ein vertrauensvolles und informatives Gespräch mit dem behandelnden Zahnarzt. Ein solches ist vor dem Beginn einer jeden Behandlung zur Implantation künstlicher Zähne unerlässlich. Bei dieser Gelegenheit können auch über die Kosten der Behandlung informiert werden. In der Regel liegen diese über denen für andere Modelle des Zahnersatzes. Eine exakte Berechnung kann jedoch erst nach einer intensiven Betrachtung der erforderlichen Massnahmen vorgenommen werden.

 

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Written by Dr. Enrico Naldi

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