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Freiliegende Zahnhälse richtig pflegen!

 

Zahnpflege

 

Wenn Schmerzen an den Zähnen den Genuss von heissem Kaffee oder kaltem Eis beeinträchtigen, dann sind daran in den meisten Fällen freiliegende Zahnhälse Schuld. Normalerweise werden die Zahnhälse vom Zahnfleisch gegen äussere Einflüsse geschützt. Hat sich das schützende Zahnfleisch aber über einen längeren Zeitraum zurückgebildet, verlieren die Zähne damit diesen wichtigen Schutz. Ohne das die Zahnhälse bedeckende Zahnfleisch können externe Reize ungehindert bis zu den sogenannten Dentinkanälen vordringen. Über diese feinen Verästelungen am Zahnbein dringen die äusseren Einflüsse dann ungefiltert bis zum Zahnnerv durch. In der Folge führt der Kontakt mit kalten oder heissen Getränken ebenso wie mit süssen oder sauren Speisen zu einer unangenehmen Reaktion. Oftmals tritt dann ein Schmerz an den Zähnen auf, der sich entweder als leichtes Ziehen oder als kurzer, dafür aber umso heftigerer Stich bemerkbar macht.

 

Die Ursache für den Rückgang des Zahnfleisches und die damit verbundene Freilegung der Zahnhälse ist in vielen Fällen eine Entzündung, die sich in Form einer Parodontitis im Mundraum festgesetzt hat. Aber auch mechanische Einflüsse wie ein Piercing, das permanent auf eine bestimmte Stelle im Mund drückt, können zur Reduzierung des Zahnfleisches führen. Darüber hinaus ist es recht häufig, dass eine falsche Zahnpflege der Grund für freiliegende Zahnhälse ist. Wenn das Gebiss mit einer aggressiven Zahnpasta (mit hohem RDA-Wert), zu starkem Druck und falscher Putztechnik mit der Zahnbürste und/oder unter exzessivem Einsatz von Zahnseide nicht korrekt gereinigt wird, kann dies ebenfalls negative Auswirkungen auf das Zahnfleisch haben.

 

Die Zurückbildung des Zahnfleisches ist mit verschiedenen Folgen verbunden. Die freiliegenden Zahnhälse sind nicht nur besonders anfällig für Karies, sie lassen die Zähne auch länger erscheinen, wodurch das ästhetische Bild des Gebisses nachhaltig beeinträchtigt wird. Entscheidender als der optische Aspekt sind jedoch die medizinischen Probleme, die mit einem Rückgang des Zahnfleisches einhergehen. Im Extremfall kann ein durch Parodontitis bedingter Knochen- und folglich Zahnfleischschwund im Laufe der Zeit sogar zum Ausfall der Zähne führen.

 

Mit der richtigen Mundhygiene den Zahnfleischschwund stoppen

 

Wenn die Zähne beim Kontakt mit Getränken oder Speisen immer öfter mit Schmerzattacken reagieren, ist der Gang zum Zahnarzt unumgänglich. Nur so kann der Grund für den Schwund des Zahnfleisches festgestellt werden. Je nach Ursache sind verschiedene Massnahmen erforderlich.

 

In jedem Fall ist aber die richtige Mundhygiene ein entscheidender Baustein sowohl bei der Prophylaxe als auch bei der Pflege von freiliegenden Zahnhälsen.

Bereits mit dem Kauf der richtigen Zahnbürste kann etwas für den Erhalt des Zahnfleisches getan werden. Wird mit einer harten Zahnbürste starker Druck auf das Zahnfleisch ausgeübt, kann dieses dadurch nachhaltig geschädigt und das Freilegen der Zahnhälse begünstigt werden. Deshalb sollte auf den Gebrauch von harten Zahnbürsten verzichtet werden. Wichtig ist es aber nicht nur die richtige Zahnbürste zu kaufen, sondern diese dann auch in der richtigen Art und Weise zu nutzen. Die Zahnputztechnik ist hier entscheidend. Statt starken Druck auf Zähne und Zahnfleisch auszuüben, sollte der Mundraum mit sanften kreisenden Bewegungen gereinigt werden. Nur so können Verletzungen des Zahnfleisches verhindert werden.

Wird eine elektrische Zahnbürste verwendet, kann mit dieser das Zahnfleisch sanft massiert werden. Zusätzlich bietet der Strahl der Munddusche eines Dentalreinigungssystems die Möglichkeit, die Durchblutung des Zahnfleisches nachhaltig anzuregen. Auch hier sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Wasserdruck moderat ausfällt.

Bei der Reinigung von nur schwer erreichbaren Stellen im Mund und den Zahnzwischenräumen leistet die altbewährte Zahnseide ebenso gute Dienste wie spezielle Zahnzwischenraumbürsten. Auch bei diesen Hilfsmitteln ist jedoch auf die richtige und nicht zu exzessive Anwendung zu achten. Wie Zähne und Zahnfleisch richtig gepflegt werden, wird in einer guten Zahnarztpraxis gerne demonstriert. Zu einer Rundumpflege des Mundraums gehört auch eine regelmässige Reinigung der Zunge. Um diese von schädlichen Bakterien zu befreien, stehen ebenfalls spezielle Bürsten zur Verfügung. Zwischen der regulären Zahnpflege nach dem Essen kann tagsüber eine gelegentliche Mundspülung oder ein Zahnpflegekaugummi bei der Mundhygiene helfen.

 

Die richtige Ernährung und eine bewusste Lebensführung vermindern das Risiko

 Biss

Neben der aktiven Zahn- und Zahnfleischpflege ist auch die richtige Ernährung und eine bewusste Lebensführung ein wichtiger Faktor zur Stärkung des Zahnfleisches. Intensives Kauen ist wie eine natürliche Massage für das Zahnfleisch, die zu einer verstärkten Durchblutung führt. Ausserdem trägt der dadurch angeregte erhöhte Speichelfluss zur Reinigung des Mundraums bei. Der Speichel neutralisiert nicht nur Plaque-Säuren, die Zähne und Zahnfleisch attackieren, sondern er trägt auch zu einer Optimierung des pH-Wertes im Mundraum bei. Lebensmittel wie Äpfel oder Vollkornbrot sind aufgrund ihrer festeren Textur deshalb solchen mit einer weicheren Konsistenz vorzuziehen. Wer dann noch konsequent auf das Rauchen verzichtet, tut ebenfalls etwas für seine Mundhygiene. Durch das Rauchen werden chemische Prozesse in Gang gesetzt, die zu einer Störung der Durchblutung und zu einem erhöhten Risiko von Entzündungen im Mundraum führen. Im Vergleich zu Nichtrauchern leiden Raucher fünf Mal häufiger an einer Zahnfleischentzündung als Nichtraucher.

Übermässiger Stress ist ebenfalls ein Grund für eine erhöhte Zahl an Keimen, die die Mundflora erheblich durcheinanderbringen. Eine entspannte Lebensweise kommt also auch der Zahngesundheit zugute.

 

Sollten trotz einer gewissenhaften Vorsorge und der richtigen Pflege von freiliegenden Zahnhälsen weiterhin Schmerzen beim Kontakt mit kalten, heissen, süssen und sauren Speisen auftreten, müssen je nach Ursache weitere Massnahmen ergriffen werden.

 

Liegt eine chronische Zahnfleischentzündung vor, kann dieser mit einer gezielten Parodontitistherapie begegnet werden. Ist der Rückgang des Zahnfleisches auf ein Piercing zurückzuführen, so muss dieses entfernt werden, damit die Degeneration gestoppt werden kann. In jedem Fall ist aber ein Besuch beim Zahnarzt erforderlich, um die Ursachen bestimmen und entsprechende Therapien einleiten zu können. Da der Schwund des Zahnfleisches nicht akut auftritt, sondern ein schleichender Prozess ist, an dessen Ende die freiliegenden Zahnhälse stehen, kann die Entwicklung in vielen Fällen schon beim regelmässigen Check der Zähne festgestellt werden. Je eher dann gegengesteuert wird, desto einfacher ist es, den Rückgang des Zahnfleisches aufzuhalten und empfindliche Zähne zu vermeiden. Auch wenn keine Beschwerden vorliegen, sollte deshalb mindestens zwei Mal pro Jahr eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt stattfinden.

 

Topics: Parodontitis, Zahnpflege

Written by Dr. Enrico Naldi

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